Arbeit 4.0 – wie wird unsere Zukunft der Arbeit aussehen?

Automatisierung, Digitalisierung, Crowd- und clickworking verändern Arbeit und Leben rasant. Mit diesem Thema „Arbeit 4.0“ beschäftigten sich die Liberalen 60 plus bei ihrem November-Treffen. Organisator Ernst Minarzick fragte die Besucher, welche Erwartungen aber auch welche Ängste Sie mit dem Wandel unserer Arbeitswelt verbinden und wahrnehmen.

Im Zuge einer lebhaften Diskussion wurden verschiedenste Fragen gestellt. Was kann ich tun, damit ich den Lebensunterhalt meiner Familie durch meine Arbeit auch weiterhin gewährleisten kann? Wie verändern die neuen Arbeitszeitmodelle unser soziales Umfeld? „Die Digitalisierung der Arbeitswelt bringe viele Vorteile für den Einzelnen mit sich. Aber dafür müssen auch richtigen Rahmenbedingungen von unserer Politik geschaffen werden. Die freie Entfaltung der innovativen Kräfte im Mittelstand und der Gründergeneration darf nicht durch mehr Bürokratie und Verordnungen behindert werden. Stattdessen müssen wir diese Kräfte bündeln und fördern“, stellte Minarzick fest.

„Grundsätzlich verträgt unser Arbeitszeitgesetz und unsere ArbeitsStellv. Bezirksvorsitzende Nicole Bauer finalschutzregelungen ein Update, um Arbeit 4.0 künftig auch leben zu können“, stellt Landesvorstandsmitglied und Kreisvorsitzende Nicole Bauer fest. Das aktuelle Arbeitszeitgesetz sei mittlerweile 22 Jahre alt und stamme aus einer Zeit, in der es weder Skype noch Slack gab. Es begrenze die zulässige Arbeitszeit an Werktagen auf acht beziehungsweise maximal zehn Stunden. „Die Zukunft erfordert mehr Flexibilität und deshalb fordern die Freien Demokraten auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen“, erklärte Bauer. „Auch die strengen Arbeitsschutzregelungen sollten etwas liberalisiert werden“, appellierte Bauer. „Wir brauchen keinen Staat, der uns bei Homeoffice den Neigungswinkel der heimischen Schreibtischlampe festlegt. Als mündige Bürger können wir sehr gut selbst einschätzen, in welchem Umfeld wir gut arbeiten können und wann es gesünder ist, an den Schreibtisch zu wechseln.“

„Weiterhin brauchen wir weltbeste Bildung für jeden, denn nur eine gute Aus- und Weiterbildung macht uns fit für die Herausforderungen der Digitalisierung“, sagte Bauer. Deshalb sei es im Sinne der FDP die Lehrpläne zu überarbeiten und digitale Bildung an unsere Schulen zu bringen. Dazu gehöre auch das Thema „Selbstständigkeit und Unternehmensgründung“. Vielleicht schafft es Deutschland dadurch den jungen Menschen schon frühzeitig ein anderes Bild von Selbstständigkeit zu geben und Mut zu machen, dass sich Menschen mit einer guten Idee selbstständig machen.

„Eine große Chance besteht auch in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Arbeit 4.0 bietet den Bürgern mehr Freiheit zur Selbstgestaltung ihrer persönlichen Bedürfnisse“, fügte Bauer an.

Die Herausforderung sei, dass die Politik mit dieser rasanten Entwicklung Schritt hält und dass wir einen klaren Rahmen schaffen, innerhalb welchem mehr innovative Ideen und mehr erfolgreiche neue Geschäftsmodelle aus Deutschland heraus angetrieben werden.

Problematisch ist nur, dass die Zuständigkeiten für Digitales derzeit auf mehrere Ministerien verteilt sind und deshalb eine vernünftige Verzahnung fehlt. Daher komme man nur sehr wenig voran und es dauert alles zulange.

In Sachen E-Government, E-Health oder E- Mobility müsse Deutschland mehr tun, um nicht den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren, war man sich einig.

Nach einer lebhaften Diskussion bedankte sich Minarzick bei den anwesenden Bürgern für das rege Interesse.