FDP Landshut-Stadt: „Wir sind jetzt Oberbürgermeister-Partei“

Die Kreishauptversammlung der FDP steht ganz unter dem Eindruck des Putz-Erfolgs

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Der neugewählte Vorstand der FDP-Stadt mit ihrem Vorsitzenden Norbert Hoffmann (Sechster von links) und dem Präsidium der Kreishauptversammlung. Foto: sj

Natürlich war er an diesem Abend nochmal präsent: der für viele unerwartet klare Sieg von Alexander Putz bei der Oberbürgermeisterwahl vor wenigen Wochen. Die Euphorie der ersten Tage ist zwar gewichen, man formuliert aber wieder hörbar selbstbewusster bei der FDP. Das war bei der Kreishauptversammlung am Montagabend im „Landshuter Hof“ der Fall. „Wir sind jetzt die Partei, die den Oberbürgermeister stellt“, sagte Stadtrat Norbert Hoffmann, der seit Montagabend auch Vorsitzender der FDP-Stadt ist. Auch das eine Folge der OB-Wahl – schließlich trat der bisherige Vorsitzende Alexander Putz nicht mehr an, um in seinem künftigen Amt nicht in Loyalitätskonflikte zu kommen. „Und, weil ich ab Januar eine sehr umfangreiche Aufgabe vor mir habe“, wie Putz es formulierte.

Seit Sommer 2013 war er Vorsitzender der Landshuter FDP. Damals war eine außertourliche Wahl notwendig geworden, da der bisherige FDP-Chef Prof. Dr. Christoph Zeitler aus der Partei ausgetreten war. Parteiintern einigte man sich schließlich auf den erst im Jahr zuvor in die FDP eingetretenen Alexander Putz. „Hätte mir damals jemand gesagt, wo das hinführt, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, kommentierte Putz seine im Eiltempo hingelegte politische Karriere.

Die inhaltliche Basis für den OB-Wahlkampf sei bereits mit dem Programm für die Kommunalwahl 2014 gelegt worden, so Putz bei seinem Rückblick auf die Zeit als Vorsitzender. Im Jahr zuvor lag die FDP in Bayern am Boden – nachdem der Einzug in den Landtag nicht mehr gelang. In dieser Zeit sei es nicht immer einfach gewesen, die Motivation aufrechtzuerhalten, sagte Putz. Solcherlei Herausforderungen werden sich er und der neue Vorsitzende Norbert Hoffmann wohl in absehbarer Zeit nicht mehr annehmen müssen. Vielmehr geht es jetzt nach Hoffmanns Worten darum, „den Schwung aus der Wahl mitzunehmen“. Dazu gehört auch, eine politische Linie als künftige „OB-Partei“ zu finden. Als Leitlinien nannte Hoffmann unter anderem den Dialog mit den Bürgern „konsequent fortzuführen“, noch mehr als bisher zuzuhören und der gestiegenen Verantwortung gerecht zu werden. Zudem wolle man als Stadtverband wachsen (derzeit hat er 45 Mitglieder), ohne sich jedoch zu verbiegen oder anzubiedern. Beim Thema Geschlossenheit gab es noch einen Seitenhieb in Richtung CSU, wenngleich Hoffmann diese nicht beim Namen nannte: „Andere in der Stadt haben gezeigt, wie es nicht geht, wir können das besser.“

Interessantes Detail des Kassenberichts vom bisherigen Schatzmeister Christian Knödel war, dass für den Wahlkampf nur 4000 Euro aus der Parteikasse gezahlt wurden. Den Rest, des von Putz auf rund 50 000 Euro bezifferten Wahlkampfes, steuerten Putz selbst beziehungsweise mehrere Spender bei. Putz: „Wir haben mit minimalem Einsatz Maximales erreicht.“ Da war er dann wieder, der OB-Wahlerfolg. Den thematisierte auch Nicole Bauer, Vorsitzende der Landkreis-FDP in ihrem Grußwort: „Es werden spannende Jahre folgen und Alexander Putz hat die Trendwende eingeleitet“, sagte sie mit Blick auf die anstehenden Wahlen der kommenden Jahre.

Bei den Wahlen zur Vorstandschaft wurde Hoffmann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Jürgen Wachter, der diese Funktion schon länger innehat. Schatzmeister ist Gunthard Goresch, Schriftführer Michael Marx. Beisitzer sind Alexander Putz, Albrecht Schöllhorn-Gahr, Bernd Einmeier, Alexandra Straßberger, Anita Westphal, Karl-Heinz Nuber, Frank Schräder und Markus Wahle.

Von Emanuel Socher-Jukić

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 30.11.2016, Stadt-Teil)